Wir haben viele erste Tauchgänge begleitet. Fast alle liefen gut. Die wenigen, die nicht gut liefen, hatten selten mit dem Kind zu tun — sondern fast immer mit Erwartungen, Zeitdruck oder einer Maske, die nicht passte. Diese sieben Punkte sind das, was wir Eltern am Vorabend mitgeben würden.
1. Redet vorher — aber nicht zu viel
Kinder sollten wissen, was passiert: dass man mit einem Gerät im Mund atmet, dass es unter Wasser laut blubbert, dass die Ohren am Anfang komisch drücken können. Das nimmt dem Ganzen die Überraschung.
Was ihr nicht tun solltet: den Tag wochenlang vorher zum Grossereignis machen. Kinder, die mit „Das wird der beste Tag deines Lebens!“ ankommen, stehen unter einem Druck, den sie nicht formulieren können. Ein beiläufiges „Morgen probieren wir das mal aus, mal sehen, ob's dir gefällt“ ist deutlich hilfreicher.
2. Die Maske ist wichtiger als alles andere
Der mit Abstand häufigste Grund für einen abgebrochenen ersten Tauchgang ist keine Angst — es ist eine Maske, die Wasser lässt. Das Kind bekommt Wasser in die Nase, erschrickt, will an die Oberfläche. Danach ist der Kopf nicht mehr frei.
Deshalb nehmen wir uns beim Anpassen bewusst Zeit, und deshalb bitten wir euch, keine Maske aus dem Hotelshop mitzubringen. Die passt fast nie. Wir haben Masken mit kleinem Innenvolumen in Kindergrössen — mehr dazu unter Sicherheit & Ausrüstung.
3. Den Druckausgleich vorher üben
Ohrenschmerzen sind der zweithäufigste Abbruchgrund. Der Druckausgleich ist einfach — Nase zuhalten, sanft dagegen pusten —, aber er will geübt sein, und zwar nicht zum ersten Mal auf zwei Metern Tiefe.
Übt es zu Hause in der Badewanne: Kopf unter Wasser, Nase zu, vorsichtig ausatmen, bis es in den Ohren „klick“ macht. Ein Kind, das das kann, hat den schwierigsten Teil des Tages schon hinter sich.
Wichtig: sanft. Kräftig pressen kann das Trommelfell verletzen. Wenn es nicht klappt, taucht man ein Stück auf und probiert es erneut — niemals weiter nach unten.
4. Nicht der erste Urlaubstag, nicht der letzte
Am Anreisetag sind Kinder müde und aufgedreht. Am Abreisetag geht es ohnehin nicht: Zwischen letztem Tauchgang und Abflug müssen 18 bis 24 Stunden liegen.
Der zweite oder dritte Urlaubstag ist ideal. Das Kind hat sich eingewöhnt, das Wasser ist nicht mehr neu, und wenn etwas verschoben werden muss, ist noch Luft im Plan.
5. Ausgeschlafen und gegessen — aber nicht zu viel
Ein müdes Kind ist ein ängstliches Kind. Und ein hungriges auch. Ein normales Frühstück etwa zwei Stunden vorher ist genau richtig; ein üppiges Buffet direkt davor ist es nicht, besonders wenn eine Bootsfahrt ansteht.
Zur Seekrankheit: Wenn euer Kind dazu neigt, sagt es uns. Wir können den ersten Tauchgang ans Hausriff legen, ganz ohne Boot.
6. Bleibt in der Nähe — aber haltet euch zurück
Ihr dürft zusehen und fotografieren. Beim Bubblemaker ist ein Elternteil sogar immer dabei: Er fährt kostenlos mit aufs Boot und erlebt das ganze Abenteuer mit.
Eine ehrliche Beobachtung aus vielen Kursen: Kinder, deren Eltern entspannt danebensitzen und zwischendurch aufs Handy schauen, sind oft ruhiger als Kinder, die vom Boot aus angefeuert werden. Anfeuern erzeugt Erwartung, und Erwartung erzeugt Druck.
Am hilfreichsten ist: kurz winken, wenn das Kind herschaut — und ansonsten wirken, als wäre das alles völlig normal.
7. Rechnet damit, dass es anders läuft
Manche Kinder tauchen nach fünf Minuten ab, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Andere brauchen eine halbe Stunde im Flachen, bis sie den Kopf unter Wasser halten. Beides ist völlig normal, und beides sagt nichts darüber aus, ob aus dem Kind später ein Taucher wird.
Und manche wollen an diesem Tag einfach nicht. Auch das ist in Ordnung. Wir hören dann auf, ohne Diskussion — mehr dazu in Wenn das Kind Angst hat. Erstaunlich oft kommt dasselbe Kind zwei Tage später von selbst zurück und will es doch probieren.
Die Kurzfassung
- Vorher erklären, aber nicht überhöhen.
- Maske muss passen — keine aus dem Hotelshop.
- Druckausgleich vorher üben, sanft.
- Zweiter oder dritter Urlaubstag, nie der Abreisetag.
- Ausgeschlafen, leicht gegessen.
- In der Nähe bleiben, aber nicht anfeuern.
- Kein Zeitplan im Kopf — das Kind gibt das Tempo vor.