Man kann einem Kind eine Erwachsenenmaske aufsetzen. Es wird damit nicht tauchen — jedenfalls nicht gern. Ausrüstung in der richtigen Grösse ist bei Kindern kein Komfortthema, sondern der Unterschied zwischen einem guten und einem abgebrochenen Tauchgang.
Die Maske: der wichtigste Ausrüstungsteil überhaupt
Wenn ein erster Tauchgang schiefgeht, liegt es in den allermeisten Fällen an der Maske. Sie sitzt nicht dicht, läuft langsam voll, das Kind bekommt Wasser in die Nase, erschrickt — und ab dann ist der Kopf mit etwas anderem beschäftigt als mit Tauchen.
Worauf es bei Kindermasken ankommt:
- Kleines Innenvolumen. Je weniger Luft in der Maske ist, desto weniger drückt sie beim Abtauchen und desto leichter lässt sie sich ausblasen — was für Kinderlungen entscheidend ist.
- Weicher Silikonrand. Er muss sich an ein kleines Gesicht anschmiegen, nicht daraufliegen.
- Richtige Breite. Eine Maske, die über die Wangenknochen hinausragt, wird nie dicht.
Der einfache Test, den wir vor jedem Kurs machen: Maske ohne Band ans Gesicht halten, durch die Nase kurz einatmen, loslassen. Bleibt sie von selbst haften, passt sie. Fällt sie ab, nehmen wir eine andere.
Flossen: kurz und weich
Lange, steife Flossen sehen professionell aus und sind für Kinderbeine völlig ungeeignet. Sie erfordern Kraft, die Kinder nicht haben, und führen nach zehn Minuten zu Wadenkrämpfen.
Kinder bekommen bei uns kurze, weiche Flossen mit verstellbarer Fussschlaufe. Die lassen sich mit Neoprenschuhen tragen und wachsen ein Stück mit.
Jacket: bis Grösse XXS — und mit Schrittgurt
Ein zu grosses Jacket rutscht beim Abtauchen nach oben und drückt gegen Kinn und Hals. Das erschreckt Kinder zu Recht.
Wir haben Jackets ab Grösse XXS, alle mit Bauchgurt und — wichtig — mit Schrittgurt. Der verhindert genau dieses Hochrutschen. Bei Erwachsenenjackets fehlt er meistens.
Flasche: klein, und getragen wird sie erst im Wasser
Eine 12-Liter-Stahlflasche wiegt voll rund 18 Kilo. Kein Achtjähriger sollte die tragen. Kinder bekommen bei uns kleinere Flaschen, und an Land trägt sie ohnehin der Instruktor — angezogen wird die Ausrüstung im Wasser oder im Sitzen an Bord.
Nebenbei: Kinder verbrauchen zwar mehr Luft pro Minute, tauchen aber auch flacher. Bei zwei Metern Tiefe reicht selbst eine kleine Flasche für sehr lange.
Anzug: eher dicker als dünner
Der Punkt, den Eltern am häufigsten unterschätzen: Kinder kühlen deutlich schneller aus als Erwachsene. Sie haben im Verhältnis zum Volumen mehr Körperoberfläche und weniger Fettgewebe.
Ein Kind, das friert, wird still, unkonzentriert und ängstlich — und sagt fast nie von selbst, dass ihm kalt ist. Deshalb bekommen Kinder bei uns eher einen dickeren Anzug, auch im Hochsommer bei 29 Grad Wassertemperatur. Und deshalb sind Kindertauchgänge kürzer als die der Eltern.
Was ihr selbst mitbringen solltet
- Badezeug — am besten schon anziehen
- Handtuch
- Sonnenschutz, möglichst mineralisch und riff-freundlich, mindestens 20 Minuten vor dem Wasser aufgetragen
- Kopfbedeckung für die Zeit an Deck
- Trinkflasche — Kinder trinken beim Tauchen zu wenig, ohne es zu merken
- Badeschuhe, wenn ihr welche habt
- Reisepass oder Kopie für die Anmeldung
Was ihr getrost zu Hause lassen könnt
- Eigene Tauchausrüstung für Kinder. Wir stellen alles, und unsere Sachen passen.
- Maske aus dem Urlaubsladen — siehe oben.
- Schwimmflügel und Schwimmhilfen. Sie stören beim Tauchen und gehören nicht ins Konzept.
- Unterwasserkamera am ersten Tag. Sie lenkt ab, und ein Kind, das filmen will, achtet nicht auf seinen Auftrieb. Ab dem zweiten Tag gern.
- Wertsachen und Schmuck. Ohrringe und Ketten bleiben im Hotelsafe.
Lohnt sich eigene Ausrüstung fürs Kind?
Ehrliche Antwort: für einen Urlaub nicht. Kinderfüsse und Kindergesichter wachsen schnell — eine Maske, die in diesem Sommer perfekt sitzt, passt im nächsten schon nicht mehr richtig.
Wenn euer Kind zu Hause im Verein weitertaucht und regelmässig ins Wasser geht, ist eine eigene Maske die einzige Anschaffung, die sich wirklich lohnt — weil sie am individuellsten passen muss. Alles andere leiht man besser.