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Blog · 6 Minuten

Tauchurlaub mit Kindern planen

Ein Tauchkurs frisst Urlaubstage — aber weniger, als die meisten denken. Hier steht, wie ihr die Woche so plant, dass am Ende noch Zeit für Strand bleibt.

Die häufigste Sorge vor der Buchung lautet: „Dann ist der halbe Urlaub weg.“ Ist er nicht — wenn man richtig plant. Ein Bubblemaker kostet einen Bootstag, ein komplettes Brevet drei bis vier Tage. Hier steht, wie ihr die Woche legt.

Wie viel Zeit welcher Kurs braucht

Zeitbedarf der Kurse
KursZeitbedarfTypischer Tagesablauf
Bubblemaker1 BootstagTagesausflug mit Schnorchelstopp und 30 min Tauchen eins zu eins
Junior Open Water3–4 Tageca. 8–16 Uhr, inkl. Bootstage
Junior Advanced2 Tageca. 8–16 Uhr, fünf Tauchgänge
Open Water Diver3–4 Tageca. 8–16 Uhr
Advanced Open Water2 Tageca. 8–16 Uhr

Wichtig zu wissen: Ein Kurstag ist kein Tag am Riff von morgens bis abends. Ihr seid gegen 16 Uhr zurück im Hotel — Nachmittag und Abend gehören euch.

Die goldene Regel: nicht der letzte Tag

Zwischen dem letzten Tauchgang und dem Abflug müssen mindestens 18 bis 24 Stunden liegen. Das ist keine Empfehlung, sondern eine Sicherheitsvorgabe: Beim Fliegen sinkt der Kabinendruck, und Reststickstoff im Gewebe kann dann Probleme machen.

Praktisch heisst das: Bei einem Rückflug am Samstagmittag ist der letzte Tauchgang spätestens am Donnerstag. Plant den letzten Kurstag also nie auf den Tag vor der Abreise.

Rechnet rückwärts: Abflugtag minus ein voller Tag Puffer = letzter möglicher Tauchtag. Alles davor ist Kurszeit. Bei einer Woche Urlaub bleiben so vier bis fünf nutzbare Tage — mehr als genug für ein komplettes Brevet.

Ein Vorschlag für eine Urlaubswoche

So sieht eine gut geplante Woche aus, in der ein Kind den Junior Open Water Diver macht und ein Elternteil parallel den Open Water Diver:

  • Samstag — Anreise. Ankommen, Hotel, Strand. Nichts vornehmen.
  • Sonntag — Akklimatisieren. Strand, schnorcheln, das Wasser kennenlernen. Wir melden uns am Abend mit der Abholzeit.
  • Montag — Kurstag 1. Theorie und Schwimmnachweis.
  • Dienstag — Kurstag 2. Erste Freiwassertauchgänge am Hausriff.
  • Mittwoch — Kurstag 3. Bootstag, zwei Tauchgänge.
  • Donnerstag — Kurstag 4. Abschlusstauchgänge und Prüfung. Brevet.
  • Freitag — Puffertag. Strand, Ausflug, ausschlafen. Falls ein Tag ausgefallen ist, wird er hier nachgeholt.
  • Samstag — Abreise. Über 24 Stunden Abstand zum letzten Tauchgang.

Diese Woche hat zwei freie Tage plus die Nachmittage. Das ist deutlich mehr Urlaub, als die meisten erwarten.

Zwei Wochen? Dann geht mehr

Bei zwei Wochen bietet sich an, in der ersten Woche den Junior Open Water Diver zu machen und in der zweiten ein paar reine Spassttauchgänge — ohne Kursdruck, einfach nur schauen. Erfahrungsgemäss sind das die Tauchgänge, an die sich Kinder am liebsten erinnern.

Alternativ direkt der Junior Advanced in der zweiten Woche, falls euer Kind mindestens 12 ist. Zwischen den beiden Kursen sollte aber mindestens ein Tag Pause liegen.

Die richtige Reihenfolge bei mehreren Kindern

Wenn ein jüngeres Geschwisterkind den Bubblemaker macht und ein älteres den Junior Open Water Diver, legen wir den Bubblemaker gern auf einen Tag, an dem ohnehin ein Boot rausfährt — dann ist die ganze Familie gemeinsam unterwegs, und das jüngere Kind erlebt an Ort und Stelle sein Bubblemaker-Abenteuer.

Was nicht funktioniert: beide Kurse gleichzeitig am selben Vormittag, wenn nur ein Elternteil mitkommt. Sagt uns bei der Buchung, wer wann wo sein muss — wir bauen den Plan darum herum.

Beste Reisezeit für Familien

Tauchen geht in Hurghada ganzjährig. Für Kinder empfehlen wir März bis Mai und September bis November: Wasser um 24 bis 27 Grad, an Land angenehm warm statt glühend heiss.

Der Hochsommer ist mit 28 bis 29 Grad Wassertemperatur herrlich, aber an Deck sehr heiss — Schatten und viel Trinken sind dann Pflicht. Im Winter fällt das Wasser auf etwa 22 Grad; das ist zum Tauchen völlig in Ordnung, für Kinder aber spürbar kühler. Wir geben dann dickere Anzüge und kürzen die Tauchgänge.

Mehr dazu unter Hurghada & Anreise.

Wetter einplanen

Die Theoriestunden finden praktisch immer statt. Bootsfahrten können bei starkem Wind kurzfristig ausfallen — die Entscheidung trifft der Kapitän gemeinsam mit der Hafenbehörde.

Das passiert nicht oft, aber es passiert. Genau dafür ist der Puffertag da. Wer den Kurs auf die letzten vier Tage legt, hat bei einem Ausfall ein Problem; wer früh anfängt, hat keins.

Theorie vorher zu Hause machen

Für den Junior Open Water Diver und den Open Water Diver gibt es die PADI-Theorie online. Wer sie vor der Reise durcharbeitet, spart vor Ort etwa einen halben bis ganzen Tag.

Für Familien mit knapper Urlaubszeit ist das der grösste Hebel überhaupt. Sagt uns bei der Buchung Bescheid, dann bekommt ihr die Zugangsdaten rechtzeitig.

Kurz zusammengefasst: Kurs früh in der Woche beginnen, letzten Tauchtag mindestens einen Tag vor Abflug legen, Theorie vorher zu Hause machen, einen Puffertag einplanen — und den Anreisetag freihalten.
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